Niklas von Wurmb-Seibel: Begegnungen statt Sendezeit

Zehn Jahre lang arbeitete Niklas von Wurmb-Seibel sehr erfolgreich als investigativer Journalist. Dann hörte er auf. Heute dreht er mit seiner Partnerin Ronja Filme, die nicht im Fernsehen laufen, sondern in Polizeiakademien, Jobcentern und Ministerien gezeigt werden. Mit einem einzigen Film haben sie über 900 Veranstaltungen gestaltet – jede moderiert, jede einzigartig. Der Wendepunkt: Hasib, ein junger Geflüchteter aus Afghanistan, den sie während ihrer Recherchen in Kabul trafen und der heute ihr älterer Sohn ist. Diese Beziehung veränderte ihre Sicht auf den Journalismus grundlegend. Wir reden darüber, warum echte Begegnungen mehr bewirken als Enthüllungen, über ihr Geschäftsmodell und über die Frage, die alles veränderte: Wie will ich leben?

Ronja von Wurmb-Seibel: Räume für gesellschaftlichen Wandel gestalten

Ronja von Wurmb-Seibel hat verstanden, dass gesellschaftlicher Wandel nicht durch Reichweite entsteht, sondern durch Tiefe. Als SPIEGEL-Bestseller-Autorin und Filmemacherin bringt sie ihre Geschichten nicht ins Fernsehen, sondern in Polizeiakademien, Jobcenter, Ministerien – Orte, wo moderierte Gespräche Veränderung anstoßen können. Im Februar 2025, einen Tag nach der Bundestagswahl, sprachen wir über konstruktiven Journalismus, wie Einsamkeit zu Radikalisierung führt, die Macht des Zuhörens und darüber, wie sie und ihr Partner Niklas ihr Leben so gestalten, dass Arbeit und Werte nicht auseinander fallen.